Das Tanzberger-Konzept

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Was – genau genommen –

bringt den Beckenboden in Bewegung?

RICHTUNGSWEISENDE ANGEBOTE ZUM NACHDENKEN UND BEOBACHTEN

FÜR FACHPERSONEN (Z. B. PHYSIOTHERAPEUTEN, HEBAMMEN, TRAINER)

UND INTERESSIERTE

Durch bewusstes Beobachten und Erleben lassen sich gesetzmäßige (Mit-) Bewegungen des Beckenbodens erkennen. 

Das ergänzt die spezifische physiotherapeutische Kontinenz-Behandlung und befähigt Patienten, die natürliche Beziehung zum Beckenboden zu intensivieren, um situativ künftig in der Lage zu sein, dessen Leistungsfähigkeit adäquat schützen und fördern zu können.


Die folgende Liste enthält beobacht- und erlebbare funktionsspezifische Bewegungen des Beckenbodens im Alltag und im Sport. 

Zur bewussten Aufnahme sensomotorischer Signale eignen sich beispielsweise:

Kontraktionen der sog. orgastischen Manschette (= Mm. puborectales) durch sexuell-sensorische vaginale Reize 


Wechselnde leichte Dehn- und Kontraktionsspannungen während der normalen rhythmischen Atemdruck- und Sogwelle


Plötzliche intraabdominelle Druckerhöhungen bei

Husten-  oder Niesattacken 


Langsam reaktive Tonussteigerung in der Verschlussmuskulatur bei zunehmendem Blasenvolumen während der Harnsammelphase

Singen aus voller Kehle, idealerweise beim Wandern


Viszeraler Schwingungsdruck auf den Beckenboden, z. B.

  • beim Rennen, Bergabgehen, Hüpfen, Springen, Trampolinspringen,
  • beim Fersenaufprall während des Gehens,
  • während der Großzehenballen-Abdruckaktivität beim Gehen


Reaktion auf den Zug der Schwerkraft beim Bewegen in aufrechter Haltung, z. B. beim Tanzen


Radfahren mit Druckaktivität der Sitzknochen bei leicht nach vorne-unten geneigter Sattelnase

Erwartungsgemäß lassen sich noch weitere Beispiele von täglichen „Beckenboden-Mitsprachen“ aufdecken.

Eine abschließende Beobachtung 



Diese Auflistung verdeutlicht die elementare, so wesentliche biologische Erkenntnis, dass sich die Funktionen des Beckenbodens zumeist in aufgerichteter Beckenstellung ereignen. 

Physikalisch lässt sich daraus das wegweisende Vorbild für vorteilhafte physiotherapeutische Beckenboden-Übungsprogramme in der Vertikalen ableiten. Die in vermeintlich guter therapeutischer Absicht noch allzu oft eingenommene, jedoch ineffiziente horizontale Übungsposition auf dem Rücken konterkariert dagegen die physiologisch positionsabhängigen, stimulierenden Arbeitsbedingungen des Beckenbodens. 



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