Beckenboden und Kontinenz

Prävention und Therapie mit dem Tanzberger-Konzept®

Um die regelrechte Lage der Strukturen des Beckenraums sowie die Fähigkeit zur kontinenten Speicherung und zur Struktur schonenden Entleerung von Blase und Darm zu erhalten bzw. zurückzugewinnen und anschließend dauerhaft zu erhalten, werden therapeutische Reize eingesetzt und sinnvolle Verhaltensweisen eingeübt.

Das Tanzberger-Konzept® verzichtet in Prävention und Therapie auf die gängigen, willentlich isolierten und mechanistischen Spannungsaufträge für die Beckenbodenmuskulatur, da diese ohne natürlichen Funktions- und Systembezug sind; Nachhaltigkeit kann so nicht erfolgen. Stattdessen wird die komplexe Arbeitsweise der Kontinenz-Strukturen mithilfe aktiver Stimulationen reaktiv ausgelöst und bewusst erfahrbar gemacht.

Ziel ist es, die Kontinenz sichernde Anpassungsfähigkeit an körperliche, organische und psychische Herausforderungen zu erhalten bzw. wieder ins Gleichgewicht zu bringen.

Die physiotherapeutische BeckenbodenSchule sowie die psychosomatische Geburtsvorbereitung und die funktionelle Rückbildung nach der Geburt zählen zu den primär- bzw. sekundärpräventiven Angeboten.

Einer Drangblase oder einem Drangdarm muss man nicht hilflos ausgeliefert sein. Durch psychosomatische Aufschubstrategien gelingt es in den meisten Fällen – ganz ohne Medikamente – die Drangsituationen zu deeskalieren und/oder aufzuheben.

Bei einer Belastungsinkontinenz kehren z. B. die Husten- und Nieskontinenz erfreulich schnell zurück, denn bereits die neuerlernte Körperhaltung entscheidet über Kontinenz oder Inkontinenz.

Entleerungsstörungen können unter anderem über das Erlernen strukturschonender Techniken und mithilfe gezielter Entspannungsübungen positiv beeinflusst werden.

Die physischen und kognitiven Angebote werden sowohl beim Üben als auch per Einsicht als sinnvoll erlebt und daher mühelos akzeptiert und in den Alltag integriert. Oftmals rasch auftretende Erfolge motivieren zur Dekonditionierung ungünstiger Verhaltensmuster und steigern das Engagement zur Selbsttherapie.

Ein angstbefreites Leben, dem sich wieder neue Handlungsräume eröffnen, kann beginnen.